Sexualisierte Gewalt an Kindern ist keine Zufallstat, sondern wird von den Tätern geplant.

Die Planung bezieht sich nicht nur darauf das Kind gefügig zu machen, sondern auch das Eingreifen von Dritten zu verhindern.

Besonders die engste Vertrauensperson des Kindes wird vom Täter manipuliert.

Das Ziel des Täters ist, dass die Vertrauensperson des Kindes weder seiner eigenen Wahrnehmung noch dem betroffenen Kind glauben schenkt.

 

Die Kontaktaufnahme

Der Täter verstecken sich meist hinter einer netten, liebevollen, hilfsbereiten Maske.

So täuscht dieser nicht nur das Umfeld, sondern kann auch das Risiko entdeckt zu werden abwägen.

Der Missbrauch selbst wird systematisch vorbereitet.

Täter nehmen gezielt Kontakt zu dem Kind auf, welches ihr potenzielles Opfer werden könnte.

Bei der Kontaktaufnahme versuchen sie so viel wie möglich über das Kind und sein Umfeld herauszufinden, das heißt sie schauen unter anderem nach den sozialen Kontakten, Gewohnheiten, Wünschen, Vorlieben, Ängsten und Abneigungen des Kindes.

Hat der Täter das für ihn nötige Wissen gesammelt, nutzt dieser das Wissen um das Kind in die sexuelle Ausbeutung zu verwickeln und zwingt es so zur Geheimhaltung.

 

Partnerwahl

Auch seine Partnerin sucht sich der männliche Täter gezielt aus.

Diese bevorzugen Frauen als Partnerinnen die ein geringes Selbstwertgefühl haben, ein traditionelles Weiblichkeitsbild oder wenig selbstbestimmt ihre Interessen vertreten und/oder ihren Alltag gestalten.

All die eben genannten Eigenschaften sind der Grund dafür, dass diese Mütter ihre Kinder nicht schützen können und der Täter so leichtes Spiel hat...

Manche Täter suchen über Partneranzeigen eine Frau mit Kind, wobei der Täter schon in der Anzeige das Aussehen und Alter des Kindes beschreibt welches ihm vorschwebt, leider haben sie mit dieser Masche auch immer wieder Erfolg...

Auch melden sich immer wieder Täter auf allgemein zugänglichen Medien. So reagieren sie z.B. auf Verkaufsanzeigen von Spielzeug, Kinderbekleidung ect.

 

so wählen Täter ihre Opfer aus

Täter besitzen die besondere Fähigkeit verletzliche Kinder zu erkennen und nutzen diese Verletzlichkeit des Kindes aus.

  Schon nach der ersten Kontaktaufnahme mit Kindern prüft der Täter die Wiederstandfähigkeit seines potenziellen Opfers.

Aus diesem Grund kann man sagen:

Die Gefahr, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden, ist desto größer, je mehr Defizite ein Kind in Bezug auf Sicherheit, Zuwendung, Liebe, Wärme und Anerkennung aufweist.

Auch sind Kinder einer größeren Gefahr ausgesetzt, wenn in der Familie und Schule das Thema Sexualität tabuisiert wird.

Der Grund für die erhöhte Gefahr liegt darin, dass diese Kinder die Anfänge von sexuellen Missbrauch nicht so gut erkennen können und sie können sich auch schlechter jemanden anvertrauen, als Kinder die altersgerecht aufgeklärt wurden.

 

Auch Kinder die gelernt haben, dass sie Erwachsenen nicht widersprechen dürfen sind für Täter leichter zu missbrauchen, als Kinder deren Widerstandskraft und Ich-Stärke gefördert wurden.

 

Mädchen und Jungen die schon einmal sexualisierte Gewalt erleben mussten und bei der Bewältigung des Traumas nicht genug Unterstützung bekommen haben, laufen Gefahr erneut Opfer sexualisierter Gewalt zu werden.

Denn Täter nehmen oft gezielt Kontakt mit Kindern auf, welche eine geringe bis keine Widerstandskraft durch vorhergehende erlebte sexualisierte Gewalt haben.

 

Gewalt innerhalb der Familie 

Besteht in der Familie ein allgemeines  Gewaltklima ist dies ein Risikofaktor.

Denn das Kind wird durch die erlebte Gewalt innerhalb der Familie eingeschüchtert und somit kann sich der Täter an dem Kind leichter vergehen.

Etwas zwei Drittel aller Betroffenen erleben neben sexualisierter Gewalt auch (zuvor) körperliche Misshandlungen oder sie bekommen mit, wie ein anderes Familienmitglied misshandelt wird.

 

emotionale Vernachlässigung

Werden Kinder emotional vernachlässigt ist auch dies für Täter von Vorteil, denn Täter nutzen die Sehnsucht des Kindes nach Zärtlichkeit und Aufmerksamkeit aus um es zu missbrauchen.

 

Viele Täter suchen sich mit bedacht Mädchen und Jungen aus, welche einen Mangel an positiven männlichen Bezugspersonen aufweisen.

Dieser Mangel tritt immer dann auf, wenn der Vater z.B. die Karriere vor die Familie stellt und sich wenig bis keine Zeit für sein Kind nimmt.

 

ein erhöhtes Risiko besteht für:

Grundsätzlich besteht für jedes Kind die Gefahr Opfer sexualisierter Gewalt zu werden und dies wird sich auch nicht ändern, so lange Menschen wegsehen und die Politik, Justiz und Behörden nicht richtig reagieren...

 

Doch trotzdem gibt es Kinder für die ein noch höheres Risiko besteht:

Dazu gehören Kinder, die das Schulalter noch nicht erreicht haben.

Den kleinen Kindern wird von Dritten (dazu zählen unter anderem die Familie, Richter, Behörden, Ärzte usw.) oft nicht geglaubt. Dies ist ein immer wiederkehrender verhängnisvoller Fehler.

Doch eins ist Fakt:

Kinder denken sich so eine Tat nicht aus!

Auch für Kinder die in Armut leben besteht ein erhöhtes Risiko, denn diese Kinder sind durch materielle Zuwendungen und attraktiver Freizeitgestaltung leicht zu verführen.

 

Ebenso sind Flüchtlingskinder für Täter leichte Opfer, denn diese Kinder kommen oft schon traumatisiert hier in Deutschland an.

Außerdem beherrschen sie die Sprache oft nicht und hinzu kommt, dass viele von ihnen ohne ihre Familie und sind somit noch schutzloser hier ankommen.

All das sind Faktoren die für Täter von Vorteil sind....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:  Zart war ich, bitter war's von Ursula Enders