Es wird zwischen verschiedenen Täterprofilen unterschieden.

Es gibt die infantilen, ödipalen, pubertären, adoleszenten, allwissenden, geisteskranken, senilen und unberechenbaren Täter.

Im nachfolgenden finden Sie die einzelnen Täterprofile erläutert:

 

► Infantile Täter

Der sogenannte infantile Täter wurde meist selbst in seiner frühen Kindheit missbraucht und er/sie probiert diese frühkindlichen Erlebnisse wieder zu erleben.

Er/sie möchte seine/ihre Erfahrung an die Opfer weitergeben, da er/sie glaubt, das es ihm/ihr nicht geschadet habe und jedes Kind von so einer Art sexueller Stimulierung träume.

Der infantile Täter ist in der sogenannten genitalen Phase, der Phase in der man sein eigenes Geschlecht und das des anderen entdeckt, stecken geblieben.

 

► Ödipale Täter:

Zuerst möchte ich erwähnen das jedes Kind eine ödipale Phase durchlebt. In dieser Phase, die zwischen dem 4. und 6. Lebensjahr auftritt, dreht sich alles rund um das eigene Geschlecht, die Geschlechterrollen und die Sexualität. Doktorspiele treten in dieser Zeit häufig auf.

In dieser Zeit gehen Kinder auch einen Kampf mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil ein, sie wollen unbewusst diesen Elternteil aus dem Weg räumen um den begehrten Elternteil ganz für sich zu gewinnen. Es ist aber offensichtlich, dass das nicht funktioniert. Für die weitere Entwicklung des Kindes ist es wichtig, dass es lernt mit der Niederlage umzugehen.

Ödipale Täter haben es in ihrer Kindheit nicht geschafft damit umzugehen. Zurück bleiben starke seelische Schmerzen. Pädorasten haben das Bedürfnis, den Kampf mit dem Vater/der Mutter wiederzuerleben, um wenigstens die Schuld des Kampfes zu tilgen.

Der Täter/die Täterin strebt nach Wiedergutmachung und denken, dass sie dem Kind Gutes tun, da sie ihm etwas geben, was ihnen verwehrt wurde. Deshalb werden die Kinder mit kleinen Geschenken verwöhnt und er/sie widmet ihnen besondere Aufmerksamkeit.

 

► Pubertäre Täter:

Wie wohl jeder weiß, ist die Pubertät eine Phase, in der man seinen eigenen Körper kennen lernt und ein vollständiges Mitglied in der sozialen Umwelt wird.

Dabei kommt es zu einer großen Neugier und Lust auf die sexuelle Entdeckung seines und des anderen Geschlechts, aber es kommt dabei auch zu (Spannungs-) Ängsten.

Wenn nun ein Täter in dieser Phase stecken bleibt, kann er/sie keine reife Sexualität entwickeln. Die Bedürfnisse der pubertären Phase bleiben bei den pubertären Täter immer erhalten.

Der Täter/die Täterin sucht nach Befriedigung der Neugier und will von neuem Erwachsen werden, er/sie will die körperliche Veränderung noch mal miterleben, die emotionale Entwicklung und/oder auch den Reiz des Verbotenen.

 

► Adoleszente Täter:

Die Phase der Adoleszenz ist das Übergangsstadium von der Pubertät und dem Erwachsenendasein. In dieser Phase sucht der Jugendliche nach seiner Identität, er/sie ist auch auf der Suche nach Intimität.

Er/sie kommt zum ersten mal in Berührung mit wirklicher Sexualität.

Der adoleszente Täter strebt an, seine Gefühle bei den ersten sexuellen Begegnungen wieder aufleben zu lassen.

Dafür sucht er/sie sich Jugendliche aus, bei denen er/sie der Meinung ist, das auch sie neugierig seien (so argumentieren sie auch oft vor Gericht).

 

► Allwissende Täter:

Dieser Tätertyp hat ein sehr dominantes Wesen und meint, er wüsste alles. Er/sie möchte sein Wissen an andere weitergeben.

Der allwissende Täter sucht sich junge, unerfahrene Opfer aus mit der Überzeugung sie zu lehren, was "echte reife und wahre Sexualität" ist.

 

► Geisteskranke Täter:

Dieser Tätertyp leidet an Realitätsverlust. Er/sie ist nicht in der Lage die Entwicklungsstufen der Kinder zu bestimmen.

Dem geisteskranken Täter ist es egal welches Opfer er/sie das antut, deshalb kommen seine/ihre Opfer aus allen Entwicklungsstufen.

Dieser Tätertyp ist unberechenbar. Er/sie verletzt, verstümmelt und/oder tötet seine Opfer.

 

► Senile Täter:

Beim senilen Täter handelt es sich um ältere Männer/Frauen.

Nachlassende Potenz ist meistens die Ursache. Die Opfer von senilen Tätern sind sehr kleine Kinder, sie sind meistens im Kindergartenalter.

Die Annäherung läuft versteckt ab, durch zum Beispiel "Hoppe, hoppe Reiter"- Spiele.

 

► Unberechenbare Täter:

Dieser Tätertyp kann in keine der benannten Gruppen eingeordnet werden.

Beim unberechenbaren Täter gibt es keine Anzeichen auf ein besonderes Verhaltensmuster.

Dieser Tätertyp zeichnet sich allein durch seine Unberechenbarkeit aus.