Wenn Ihr Kind sexualisierte Gewalt erfahren hat, benötigt es dringend ein sicheres und stabiles Umfeld. Das heißt: glauben Sie ihrem Kind, drängen Sie es zu nichts und bleiben Sie ruhig.

Ich weiß ruhig bleiben ist in so einer Situation sehr, sehr schwer, doch ihr Kind spürt es ob Sie ruhig oder innerlich aufgebracht sind und da ihr Kind  durch die Übergriffe so viel zu verarbeiten hat, benötigt es einen ruhigen und stabilen  Ansprechpartner.

Wichtig ist auch, dass Sie ihr Kind aus der Situation bzw. dem Umfeld nehmen, sorgen Sie dafür das es keinen Kontakt zum Täter hat und auch Sie selbst sollten keine Alleingänge starten, sondern sich lieber an die Polizei wenden.

 

Sprechen  Sie mit ihrem Kind über alles was jetzt passiert, so bekommt das Kind die Sicherheit und das Vertrauen zurück, welches es durch die Übergriffe verloren hat. Akzeptieren Sie es, wenn Ihr Kind nicht über die Übergriffe reden möchte, dies braucht Zeit.

Das es nicht sinnvoll ist, dem Kind vorwürfe zu machen erklärt sich von selbst. Kein Kind ist Schuld an solchen Übergriffen und Kinder vertrauen sich (aus Angst)  selten von allein jemanden an und somit kann dem Kind keinerlei Vorwurf gemacht werden, wenn die Übergriffe schon länger gehen und es nichts gesagt hat.

Für ihr Kind kann es hilfreich sein, wenn es mit einem Traumatherapeut sprechen kann, Sie sollten ihr Kind zu diesem Schritt aber nicht zwingen!

Auch sollten Sie für ihr eigenes Wohl sorgen. So können Sie sich Unterstützung in ihrem Umfeld holen oder auch die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch nehmen.

Neben dem Gang zum Therapeuten hilft dem Kind auch ein strukturierter Tagesrhythmus und die Sicherheit, dass es nicht mit diesem traumatischen Erlebnis allein gelassen wird.