Die Folgen von Missbrauch haben viele Gesichter. Jeder leidet unter anderen Auswirkungen daher ist das nur ein Überblick. Die Folgen können jedoch in den unterschiedlichsten Kombinationen auftreten... es können evtl. auch Folgen auftreten die hier nicht aufgeführt sind.

 

  • Schuldgefühle (geben uns selbst die Schuld für das was passiert ist, auch wenn wir innerlich irgendwo wissen das wir dafür nichts können... doch oft gibt uns auch das Umfeld nicht gerad das Gefühl nicht daran Schuld zu sein oder würden Sie bei der Frage: "Warum hast DU nichts gesagt?!"  sich noch sicher sein dass Sie nichts dafür können?!)
  • Angstzustände (Angst das es wieder passiert, das einem nicht geglaubt wird, das man alleine ist...)
  • gestörtes Verhältnis zu den eigenen Gefühlen ( wie kann man auch den Gefühlen vertrauen, wenn man nicht mehr weiss was richtig und falsch ist...)
  • Verlust der Gefühle und Dissoziation ( der Verlust der Gefühle "rettet uns das Leben", denn wie soll man das ganze sonst aushalten? Dissoziation ist eine weitere Schutzreaktion, dabei tritt man weg und ist einfach nicht mehr im hier und jetzt/ nicht mehr ansprechbar)
  • Schamgefühle (wir schämen uns für etwas, wofür wir gar nichts können und die die uns das angetan haben scheinen sich keiner Schuld bewusst, nun ja sie werden ja auch von allen "gedeckt" die weg schauen...)
  • Zwanghaftes Verhalten (Kontroll -und/oder Waschzwang) ( wir hatten in den Momenten wo der Missbrauch war keine Kontrolle, das wollen wir nicht noch ein mal erleben. Zum Waschzwang: man fühlt sich dreckig und möchte den ganzen "Dreck" von sich waschen...)
  • Selbsthass ( Es ist sehr schwer sich selbst nach so einem Erlebnis zu mögen)
  • Selbstverletzungen ( spüren das man lebt, das man nicht mehr in der Missbrauchssituation steckt, Druckabbau...)
  • Depression
  • Aggresivität
  • Regressives Verhalten (frühkindliche Verhaltensweisen)
  • Überangepasst sein (nur nicht auffallen, damit ja keiner merkt das ich da bin...)
  • Ablehnung der Geschlechterrolle und/oder des Körpers (wenn ich kein Mädchen/Frau bzw. Junge/Mann wäre, wär mir das nicht passiert... Wie soll man einen Körper mögen der beschmutzt wurde?)
  • Kontaktstörungen ( wie kann man auch Kontakte knüpfen wenn man gelernt hat das man nicht vertrauen kann?)
  • wiederholtes Erleben des Traumas in sich aufdrängende Erinnerungen (Flashbacks = Rückblende) ( das diese Flashback die Hölle auf Erden ist können Sie sich sicher denken...)
  • mangelnde Körperpflege (dient (unbewusst) dem Versuch den Täter fernzuhalten)

 

 

  • gestörte Sexualität:

➔ Schwierigkeit eine lustvolle Sexualität zu erleben

➔ sexuell  aggressives  Verhalten

➔ übersteigerte sexuelle Neugierde

➔ häufig wechselnde Sexualpartner

➔ alters unangemessenes Spiel/Pseudoreife

➔ Ablehnung der eigenen Geschlechterrolle

 

  • Psychosomatische Folgen:

➔ Hauterkrankungen und Allergien (durch Allergien und Ekzemen versucht sich der Körper vor erneuten Übergriffen zu schützen )

➔ Kopfschmerzen/Migräne

➔Verspannungen, Haltungsschäden, Autismus, Lähmungen/Lähmungserscheinungen (durch Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen drückt der Körper die psychische Lähmung aus.)

➔ Erstickungsanfälle/Asthma

➔ Ohnmachtsanfälle, Kreislaufschwäche

➔ Bauchschmerzen, Unterleibsschmerzen

➔Nervenschmerzen

➔ Essstörungen (Versuch wieder Kontrolle über den eigenen Körper zu erlangen)

➔ Einkoten und Verdauungsstörungen

➔ Schlafstörungen

➔ Leistungs- und Konzentrationsschwäche

 

 

  • mögliche Krankheiten:

➔ Verletzungen an den Geschlechtsorganen/After (Blutergüsse, Narben, Risse ect.)

➔ häufige Harnwegsinfektion

➔ Geschlechtskrankheiten

➔ Entzündungen mit Hautrötungen, Schwellungen

➔ Ausfluss, unklare Blutungen oder Juckreiz im Genital- und Analbereich

➔ Abschürfungen, Striemen an erogenen Zonen

➔ Aids

➔ Schwangerschaft

➔ Knochenbrüche

➔ Verletzungen, Hämatome, Bissspuren, Infektionen

 

  •  Folgen im Sozialverhalten:

➔ Anklammern an die Bezugsperson

➔ Misstrauen, Verschlossenheit, Einzelgängertum

➔ Verlust des Vertrauens in anderen Menschen

➔ gestörte Selbstwahrnehmung

➔ plötzlicher schulischer Leistungsanstieg oder -abfall

➔ übersteigertes Fremdeln

➔ Personen die dem Täter in irgendeiner Weise ähnlich sehen, entwickeln Opfer eine abneigung gegenüber diesen Menschen

➔ auffälliges Verhalten gegenüber bestimmter Frauen- und/oder Männertypen

➔ meiden bestimmter Personen und/oder Orte und Situationen um der Missbrauchssituation so aus dem Weg zu gehen

➔ Kriminalität, Stehlen, Lügen (als versuch auf sich aufmerksam zu machen)

➔ weitere Auffälligkeiten: Weglaufen von zu Hause, fernbleiben vom Unterricht, Hyperaktivität, Rückzugsverhalten

 

  • Langzeitfolgen (folgende Symptome können vor allem dann auftreten wenn das Opfer nicht umgehend nach der Tat psychologische Hilfe bekommt)

Langzeitfolgen im Jugendalter:

⇒ sicheres Auftreten in Gruppen bei gleichzeitigem ängstlichen Verhalten im Einzelkontakt

⇒ niederes Selbstwertgefühl

⇒ Depressionen

⇒ Suchtverhalten

⇒ Suizidversuche

⇒ selbstverletzendes Verhalten

 

Auswirkungen im Erwachsenenalter:

⇒ Unfähigkeit Entscheidungen zu treffen und das eigene Leben zu bestimmen

⇒ gestörtes Verhältnis zum eigenen Körper

⇒ geringes Selbstwertgefühl

⇒ schwierigkeiten im Berufsleben

⇒ Berufsunfähigkeit

⇒ Probleme in Beziehungen zu anderen Menschen

⇒ sexuelle Funktionsstörungen

⇒ Verweigerung sexueller Bedürfnisse

⇒ Prostitution

⇒ selbstverletzende Verhaltensweisen

⇒ Alkohol- , Drogen-, Esssucht

 

 Emotionale und mentale Störungen:

⇒ Einsamkeitsgefühle

⇒ niedriges Selbstwertgefühl

⇒ negative Selbstwahrnehmung

⇒ Dissoziative Störungen, Amnesie

⇒ oft das Gefühl dass man selbst an negativen Ereignissen Schuld ist

⇒ Multiple Persönlichkeiten

⇒ Borderline- Persönlichkeitsstörung

 

vielfältige psychosomatische Symptome:

⇒ posttraumatische Belastungsstörung

⇒ Schlafstörungen

⇒ Essstörungen

⇒ Suchtverhalten illegaler Drogen, Alkohol, Medikamente

⇒ sexuelle Störungen (Orientierungsprobleme, Funktionsstörung)

Promiskuität d.h. Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Partnern (aktives wiederholen des Erlebten)

⇒ unbefriedigende Sexualität

 

auch werden oft die Folgen aus der Kindheit mit in das Erwachsenenleben hineingetragen:

⇒ Angstzustände

⇒ Scham- und Schuldgefühle

⇒ Depression

 

 

Man kann davon ausgehen, dass die Schädigungen umso schwerwiegender sind:

⇒ je größer die verwandtschaftliche Nähe ist (besonders bei Autoritäts- und Vater-/Mutterfigur)

⇒ je länger der Missbrauch andauert

⇒ je jünger das Kind bei Beginn des Missbrauchs ist

⇒ je größer der Altersunterschied zwischen Täter und Opfer ist (besonders bei Generationsunterschied)

⇒ je mehr Gewalt angedroht oder angewendet wird

⇒ je vollständiger die Geheimhaltung ist

⇒ je weniger schützende Vertrauensbeziehungen bestehen

 

 

 

Zeit Online hat einen Artikel verfasst, den ich Ihnen empfehlen möchte:

In diesen Artikel geht es um die körperlichen Folgeschäden unter denen Betroffene leiden.

Bitte nehmen Sie sich die Zeit und lesen Sie den Artikel.

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2011-03/missbrauch-opfer-krankheiten